Meine Hörgeräte :
Generationen der vergangenen zwei Dekaden. Die aus grauer Vorzeit habe ich nicht aufgehoben... ;-)

Ich denke mal ich kann mich zu den "Blechohren-Profis" einreihen! Es waren seit meinem ersten Hörgerät bis zu meiner CI-OP so viele dass ich sie gar nicht mehr aufzuzählen vermag – hier also ein Auszug:

Mit 4 bekam ich mein erstes HdO-Hörgerät als monaurale Versorgung rechts: ein Philips KL 6732 E. (HdO = Hinter dem Ohr)

Kurze Zeit später hatte ich eine binaurale Hörgerätversorgung, wofür ich heute meiner damaligen HNO-Ärztin Fr. Dr. Nowka von der Beratungsstelle sehr dankbar bin! Dankbar, weil eine binaurale Hörgerätversorgung mir zu einer Stereo-Wahrnehmung verhalf, so dass ich von hinten besser zuordnen konnte, aus welcher Richtung eine Störquelle kommt. Noch heute habe ich ein besseres Sprachverstehen, wenn beide Ohren versorgt sind. Nach meiner CI-OP war ich bis zur CI-Erstanpassung ein Monat lang auf dem linken Ohr "unversorgt" (wegen der Narbenverheilung) – das war eine harte Zeit für mich: mit nur einem Hörgerät rechts hatte ich allergrößte Sprachverstehschwierigkeiten (wenn ich das Mundbild nicht hatte).

Da ich mit 7 oder 8 Jahren auch noch zudem eine Brille brauchte, schlug mein Akustiker Herr Klein (†) meinen Eltern eine Hörbrille vor: Die Hörgeräte-Technik steckte in den Brillenbügel-Enden. Das war die Brille des Grauens!! Heute mag sowas ja eine schicke Nerd-Brille sein, damals empfand ich die dunkelbraune Hornbrille als abstoßend häßlich.

Ich weiß nicht wie, aber ich hab es geschafft, dass ich wieder nach etwa einem Jahr HdO-Geräte bekam... und eine goldene Metallbrille.

Die nächsten HdO-Geräte waren einmal von Hansaton, danach immer wieder Bernafon.

Bildquelle: aus einem Artikel des Magazins 'hörgeschädigte Kinder', 1980Auf der gymnasialen Regelschule der Sekundarstufe I/II hatte ich die Mikroportanlage von Sennheiser: Der Lehrer bekam den Sender um den Hals, ich das Empfangsgerät. Die Teile waren im Vergleich zur heutigen Technik (2013) regelrechte Bleigewichte. 2 Lehrerinnen beklagten sich über das Gewicht am Hals und wollten partout den Sender nicht tragen (=Migränegefahr) – naja, da haben wir uns darauf geeinigt, dass sie wenigstens das Teil in der Hand behalten. Solange sie damit nicht herumfuchtelten, war alles gut, denn die Entfernung Hand/Sender/Mund war doch eine größere.

Die Anlage hatte ich insgesamt fast 10 Jahre in Betrieb, auf dem Gymnasium bis zum Abitur, danach bei der Berufsausbildung bis zum Abschluss. Kaum zu glauben: Heute sind die technischen Innovationen innerhalb kürzester Zeit nach 3-4 Jahren schon quasi 'veraltet'!

Für meine Hörgeräte mussten immer die Audiostecker für den Mikroport-Empfänger extra angefertigt werden. Das sah stets wie angebastelt, wie bei einer Miniaturtechnik der Modelleisenbahn aus.

Im Beruf in den verschiedenen Werbeagenturen und Grafikabteilungen brauchte ich die Mikroportanlage nicht, so dass ich 'leichteren Ohres' war.

Etwa 10 Jahre später, hatte ich ein Jahr lang eine Weiterbildung in Webprogrammierung. Hier musste wieder eine FM-Anlage her – zum Glück war die leichter: die Phonak-Microlink.

Hier hatte ich später dann auch die passenden Phonak Hörgeräte: die Perseo mit dem dazupassenden Audioschuh, entsprechend dem Hörgerätdesign, was eleganter aussieht als ein aufgestecktes, klotzartiges Teil in Aschgrau oder Hautfarbe.

Für meine Selbstständigkeit bekam ich die Nachfolgerin der Microlink, nämlich die Phonak Smartlink der ersten Generation, die ich für (Kunden)Gruppenbesprechungen einsetzte.

7 Jahre lang hatte ich die Perseo-HdO-Geräte von Phonak, bis ich vor 3 Jahren mal zur Abwechslung andere Hörgeräte von Siemens - die Motion 700 P - ausprobierte und feststellen musste, wie anders und volltöniger die Umgebungsgeräusche klingen. Zum ersten Mal erfuhr ich, dass die Töne im 'helleren' Frequenzbereich gar nicht so schrill klingen wie ich stets annahm.

Bis zu meiner Cochlea-Implantat-Operation hatte ich dann also die Motion 700 P, beidseitig. Nach der OP links das CI, rechts weiterhin Motion 700 P.

Anfang 2014 bekam ich für meine bimodale CI/HG-Versorgung eine geeignete FM-Anlage – die Kosten wurden vom Integrationsamt bewilligt: das Comfort Audio Digisystem DM10 (Mikrofon) / DH10 (Receiver) für Weiterbildungen (Dozent trägt das Mikrofon) und das Comfort Audio Conference Microphone DC10 (mit dem DH10 Receiver verwendbar) mit seinem omnidirektionalen Mikrofon für Team-/Gruppenbesprechungen während der Arbeit. Mit der Induktionsschleife am DH10 Receiver kann ich CI-Prozessor und Hörgerät via Telefonspule koppeln. Zum ersten Mal kann ich eine FM-Anlage 'stereo' verwenden. Das Conference Microphone DC10 ist übrigens auch für Telefonate via Bluetooth einsetzbar. Ich bin nicht soweit, problemlos zu telefonieren (Stand Juni 2014).

Zählerisch komme ich auf etwa insgesamt 10 Hörgerät-Generationen - mögen es vielleicht ein oder zwei mehr gewesen sein.